Kontrollierte Wohnraumlüftung ist seit zirka 15 Jahren ein Thema, worüber viel geschrieben und diskutiert wird, aber nicht unbedingt alles bekannt ist. Sie soll die Probleme der „luftdichten“ Energiesparhäuser lösen. Viele der derzeit auf dem Markt erhältlichen Geräte tun dies auch mehr oder weniger gut, indem sie lüften. Bessere Geräte bieten Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Ganz wenige ausgereifte Anlagen regulieren zusätzlich auch noch die Raumluftfeuchte. Aber eines ist klar: Lüften allein genügt nicht. Alle Geräte, die nur dem Luftwechsel dienen, schöpfen das Potenzial,  das die moderne Lufttechnik zu bieten hat, nur geringfügig aus. Um den erreichten Energiespareffekt zu bewahren, sind nur Geräte mit Wärmerückgewinnung zu empfehlen. Und hier findet sich ein weiterer Prüfstein: Viele Geräte sind mit konventionellen Wärmetauschern ausgestattet, die lediglich die Wärmeenergie aus der Fortluft aufnehmen und an die zugeführte Außenluft abgeben (z.B. Plattenwärmeaustauscher, Kreuzstrom- und Gegenstromwärmetauscher).

Vorzüge des Enthalpiewärmetauscher

Ein Enthalpiewärmetauscher kann weit mehr. Wer sich mit dem Thema Enthalpie detailliert auseinandersetzen will, dringt in eine komplexe Wissenschaft vor. Für die Lufttechnik genügt es, sich auf die physikalische Bedeutung des Begriffes zu beschränken. Enthalpie ist eine Grösse, in der der Energieinhalt eines Stoffes ausgedrückt wird. Im Enthalpiewärmetauscher wird neben der sensiblen (also fühlbaren) Wärme auch die im Wasserdampf enthaltene, latente Wärme genützt und somit ein zusätzliches Potenzial ausgeschöpft – ein Vorgang, der an jenen der Brennwerttechnik erinnert. Bei Enthalpietauschern gibt es verschiedene Versionen. Besonders bewährt hat sich der Rotations-Enthalpietauscher, da seine Wärme- und Feuchterückgewinnung stufenlos – je nach Leistungsbedarf von 0 bis 100 % – gesteuert werden kann. Er ist das effizienteste Kernstück für kontrollierte Wohnraumlüftungs-Geräte mit Wärme- und Kälterückgewinnung, das derzeit auf dem Markt zu haben ist.

Das Sorptionsprinzip

Es gibt noch ein weiteres Plus, das der Liste der oben angeführten Eigenschaften eines Rotations-Enthalpietauschers unbedingt angeschlossen werden sollte: die Sorptionstechnik. Der Tauscher muss einerseits eine spezielle Oberflächenstruktur der Aluminium-Matrix und andererseits eine Beschichtung aufweisen, die Feuchte ad- bzw. desorbiert. Dieser Begriff muss präzisiert werden: Kondensationsrotoren oder hygroskopisch beschichtete Rotoren sind ungeeignet, da sie die Stoffübertragung (z. B. im Kondensat enthaltene Gerüche, Bakterien, Viren und wasserlösliche schädliche Stoffe) nicht verhindern können. Die kontrollierte Feuchtezufuhr bzw. -abfuhr – also der selektive Feuchtetransport – funktioniert nur mit einem speziellen Coating des Sorptionsrotors. Dieses Coating auf Silizium-Basis sorgt dafür, dass die Feuchte als molekular gebundenes (gasförmiges) H2O übertragen wird und kein Kondensat anfällt. (Wie das ganz exakt funktioniert, erfahren Sie in einem persönlichem Gespräch mit dem Heizungs-Engel). In Bezug auf Praxistauglichkeit muss das gesamte Tauscherpaket als ausziehbare Baugruppe konzipiert sein. Wartungsfreie Kugellager, eine Antriebseinheit mit minimalem Stromverbrauch, ein spezielles Dichtungs- und Spülluftsystem (Hoval Patent) und das Entfallen der Kondensatbehandlung bilden weitere Vorzüge, auf die Sie achten sollten.